26.06.2026
Firmenausflug zur Völklinger Hütte
Industriegeschichte hautnah
Am 26. Juni war das Team der infrateam GmbH auf Firmenausflug. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Büro ging es von Saarbrücken nach Völklingen – zum UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte.
Die Völklinger Hütte ist das weltweit einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung. 1994 wurde sie als erstes Industriedenkmal überhaupt in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen – zu einem Zeitpunkt, an dem dieser Status zuvor ausschließlich Kathedralen, Altstädten und Schlössern vorbehalten war.
Gegründet 1873 vom Hütteningenieur Julius Buch, erlebte die Hütte ihren eigentlichen Aufschwung ab 1881 unter der Industriellenfamilie Röchling. Auf dem Höhepunkt ihrer Produktion arbeiteten bis zu 17.000 Menschen auf dem Gelände und produzierten täglich bis zu 6.000 Tonnen Roheisen – im Rund-um-die-Uhr-Betrieb. 1986 wurden die Hochöfen stillgelegt, seither ist das Gelände als Kulturraum zugänglich.
Das Team nahm an einer geführten Tour durch die Anlage teil. Bei 35 Grad Außentemperatur war es nicht schwer, sich vorzustellen, unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wurde: In den sechs Hochöfen herrschten Temperaturen von bis zu 2.000 Grad Celsius. In der Kokerei wurde Steinkohle 16 bis 18 Stunden lang bei rund 1.200 Grad unter Luftabschluss zu Koks gebrannt. Extreme Hitze, Ruß, giftige Gase und Lärm bestimmten den Arbeitsalltag – in jeder Schicht, das ganze Jahr.
Der Besichtigungsweg führt durch das weitläufige Gelände, vorbei an der Möllerhalle, den bis zu 40 Meter hohen Winderhitzern und hinauf auf die Gichtbühne in 27 Metern Höhe, von der aus die Hochöfen befüllt wurden. Bemerkenswert aus ingenieurstechnischer Sicht: Mehrere Innovationen der Völklinger Hütte – darunter die weltweit erste Trockengasreinigung aus dem Jahr 1911 – sind bis heute in der Eisenproduktion weltweit im Einsatz.
Neben der Führung bot das Gelände Gelegenheit, zwei aktuelle Ausstellungen zu besichtigen. Die Urban Art Biennale gilt als eine der weltweit größten Werkschauen dieser Kunstform und bespielt alle zwei Jahre das gesamte Hüttengelände mit Street Art und Graffiti-Kunst. Ebenfalls zu sehen war die Ausstellung X-Ray.
Den Abschluss des Tages bildete ein Grillabend im Naturfreundehaus Kirschheck – mit kühlen Getränken und gutem Essen, was nach dem heißen Nachmittag auf dem Hüttengelände sehr willkommen war.
















